Gesundes, umweltfreundliches und kostenbewusstes Bauen gewinnt gerade heute immer mehr an Bedeutung. All diese Anforderungen an zeitgemäßes Bauen können sehr gut miteinander verknüpft werden.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen kamen in der Vergangenheit besonders deshalb vor, weil zum einen lange Zeit die Wirkungszusammenhänge mancher gefährlicher Stoffe nicht bekannt waren und zum anderen gerade im Hobby- und Heimwerkerbereich bei der Anwendung und Verarbeitung von Baustoffen manche Regeln nicht beachtet wurden, die dem professionellen Handwerker vertraut sind. Beim biologischen Bauen wird diese Linie weiterverfolgt, indem man sich verstärkt den bewährten Materialien wie Ziegel, Holz, Naturstein, Kalk und weitere natürliche Materialien zuwendet.
Baubiologie und Umweltschutz gehören im Grunde untrennbar zusammen und schonen überdies noch den Geldbeutel. Zu den wirksamsten Maßnahmen zählen hier eine verstärkte Wärme-dämmung und eine energiesparende Hausheizung. Der Bauherr sollte sich die Mühe machen, ökologisch vertretbare Materialien zu verwenden. Der Einbau dichter, wärmeschutzverglaster Fenster, eine optimale Wärmedämmung der Außenhülle, bei der die Außendämmung gegenüber einer Innendämmung immer zu bevorzugen ist (wobei Kältebrücken unbedingt zu vermeiden sind), und der Einsatz alternativer Techniken helfen, den Energieeinsatz und die Schadstoffbelastungen zu reduzieren.
Der Mehrzahl aller Bauherren bietet sich nur einmal im Leben die Chance, ein Haus zu bauen. Um so mehr möchten sie möglichst all ihre Wünsche und Erwartungen mit dem neuen Heim verwirklichen. Die ersten vorsichtigen Kostenschätzungen bringen dann aber meist schon eine Ernüchterung: Soll der Bau kostengünstig bleiben, muss man von so mancher liebgewonnenen Idee Abschied nehmen. Die Kunst des Bauens besteht letztlich darin, mit einem möglichst geringen finanziellen Aufwand ein Optimum an Bau- und Wohnqualität zu erreichen. Die beste Erfolgsgarantie dafür ist eine umsichtige Planung. Nur der Fachmann, am besten ein Architekt, kann sich einen sicheren Überblick über die zu erwartenden Ausgaben verschaffen und feststellen, wo noch Ein-sparungen möglich sind. Klare Absprachen vor Baubeginn vermeiden zudem Änderungswünsche während der Bauphase und damit unnötige Zusatzkosten.
Hinweise für Bauherren zu
Gesundes Bauen
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Wenden wir uns zunächst einmal dem gesundem Bauen zu. Das öffentliche Interesse gilt heute vor allem drei Gruppen von Baustoffen:Schweb- und Faserstoffe aus bestimmten Materialien Asbestfasern oder künstliche Mineralfasern)
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Chemische Substanzen in Baustoffen (z.B. Formaldehyd in Spanplatten, Dämmstoffen, Belägen, Tapeten; PCP und Lindan in Holzschutzmitteln; Lösungsmittel in Farben, Lacken, Klebern etc.)
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Strahlenexposition aus Baustoffen, z.B. Radon und seine Folgeprodukte.
Gesundheitliche Beeinträchtigungen kamen in der Vergangenheit besonders deshalb vor, weil zum einen lange Zeit die Wirkungszusammenhänge mancher gefährlicher Stoffe nicht bekannt waren und zum anderen gerade im Hobby- und Heimwerkerbereich bei der Anwendung und Verarbeitung von Baustoffen manche Regeln nicht beachtet wurden, die dem professionellen Handwerker vertraut sind. Beim biologischen Bauen wird diese Linie weiterverfolgt, indem man sich verstärkt den bewährten Materialien wie Ziegel, Holz, Naturstein, Kalk und weitere natürliche Materialien zuwendet.
Beim Rohbau werden die Mauern oft wieder mit Ziegelsteinen gebaut, und die Dächer mit Ziegelplatten gedeckt. Auch Holzständerbauweise gewinnt immer mehr Marktanteile. Auch beim Innenbau gibt es vielfache Möglichkeiten, Naturstoffe zu verwenden: so z.B. Holzverkleidungen und Bodenbeläge aus Holz, Wolle, Keramik oder Linoleum u.a.m.
Nicht nur die Gesundheitsverträglichkeit spielt bei der Auswahl baubiologischer Baustoffe eine Rolle, sondern auch die Umweltbelastungen bei der Herstellung, Behandlung und der Beseitigung.
So sind z.B. Aluminiumfenster wegen der Umweltbelastung bei der Herstellung problematisch, PVC-Fenster enthalten Chlor und Schwermetalle. Einen Kompromiss stellen z.B. Fenster mit Aluminium-Holzprofilen dar. Letztendlich sollten Sie bei der Auswahl der Materialien und der Behandlungsart diese Belange gemeinsam mit Ihrem Architekten genau prüfen und gegeneinander abwägen.
Glas
Glas – ebenfalls ein reines Naturprodukt – ist zu einem der dominierenden Baustoffe geworden. Die Verwendung von Wärmeschutzglas mit geringem K-Wert (K<1,3 W/m2 x K, jetzt U-Wert) ist im Grunde Standard geworden. Je höher der Glasanteil an der Fassadenfläche ist, desto größer ist auch der Gewinn an Licht, Sonne und Sonnenwärme für alle zum Süden orientierten Räume. Dadurch eröffnet sich eine neue Dimension des Wohnens mit der Behaglichkeit, gesteigertem Wohlbefinden und höherer Lebensqualität.
Wo die Öffnung der Südfassade baulich nicht möglich ist, empfiehlt sich der Anbau eines Wintergartens. Durch die natürliche Heizkraft der Sonne, kann man mit diesem „Puffer“ Heizkosten sparen. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass es sich um keinen beheizten Wintergarten handelt.
Ein beheizter Wintergarten wird eher mehr Energie verbrauchen als ein gemauerter Raum.
Wärmedämmung und Speicherung
Baubiologie und Umweltschutz gehören im Grunde untrennbar zusammen und schonen überdies noch den Geldbeutel. Zu den wirksamsten Maßnahmen zählen hier eine verstärkte Wärmedämmung und eine energiesparende Hausheizung.
Der Bauherr sollte sich die Mühe machen, ökologisch vertretbare Materialien zu verwenden. Der Einbau dichter, wärmeschutzverglaster Fenster, eine optimale Wärmedämmung der Außenhülle, bei der die Außendämmung gegenüber einer Innendämmung immer zu bevorzugen ist (wobei Kältebrücken unbedingt zu vermeiden sind), und der Einsatz alternativer Techniken helfen, den Energieeinsatz und die Schadstoffbelastungen zu reduzieren.
Gas-Brennwert-Heizung
Die Entscheidung für einen gasbetriebenen Brennwertkessel ist eine kostenbewusste Entscheidung, allerdings muss man berücksichtigen, dass man der Entwicklung der Gaspreise ausgeliefert ist.
Brennwertgeräte stehen für energiesparendes Heizen, weil diese Wärmeerzeuger den eingesetzten Brennstoff optimal nutzen. Ein Brennwertgerät bedingt eine exakte Auslegung der Heizungsanlage einschließlich Abgasleitung. Als Heizflächen eignen sich grundsätzlich alle handelsüblichen Plattenheizkörper oder Radiatoren, wobei diese aufgrund der erforderlichen niedrigeren Temperaturen größer sein müssen als bei konventioneller Kesseltechnik.
Solarthermie,
Der Einsatz von Solaranlagen bietet eine ökologisch sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Systemen, die ausschließlich fossile Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas zur Energieerzeugung nutzen. Während die Vorkommen fossiler Rohstoffe begrenzt sind, steht mit dem natürlichen Licht- und Wärmespender Sonne eine Energiequelle zur Verfügung, die nahezu unerschöpflich und darüber hinaus auch kostenlos ist. Für Bauherren und Eigenheimbesitzer wird es daher immer interessanter, die natürliche Energie der Sonne zu nutzen und sie durch die Installation einer leistungsfähigen Sonnenkollektoranlage in Wärme umzuwandeln.
Für einen 4-Personenhaushalt geht man von Kollektorflächen von 5-7 m aus, sowie von einem Wasserspeichervolumen von ca. 400 Liter. Richtig eingesetzt, kann eine Solarkollektoranlage 50 – 60% des jährlichen Energiebedarfs für die Brauchwassererwärmung eines Hauses decken. Auch wenn beim Bau eines Hauses nicht sofort eine Solaranlage installiert wird, sollten die Möglichkeiten für eine spätere Nachrüstung mit eingeplant werden.
Photovoltaik,
Die Photovoltaik ermöglicht es, Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom umzuwandeln. Diese Umwandlung erfolgt durch den so genannten photovoltaischen Effekt, sprich der Wechselwirkung zwischen einstrahlendem Sonnenlicht und dotiertem Halbleitermaterial der Solarzelle. Dabei kommt es zur Freisetzung von elektrischen Ladungsträgern, die mittels metallischer Kontakte abgeführt werden. Der so erzeugte Gleichstrom lässt sich durch einen nachgeschalteten Wechselrichter in netztauglichen Wechselstrom transformieren. Eine PV-Anlage mit einer Solarmodulfläche von 20 m erbringt im Jahr ca. 1.800 bis 2.000 kWh Strom. Ohne mögliche Zuschüsse entstehen Kosten von ca. 15.000 €.
Will ein 4-Personenhaushalt mit einem Energieverbrauch von ca. 4.000 kWh Strom den gesamten Bedarf über die Photovoltaikanlage decken, so würde eine Fläche von 40 – 45 m benötigt.
Da Strom so gut wie nicht speicherbar ist kann auf den Anschluss des Gebäudes an die öffentliche Stromversorgung nicht verzichtet werden.
Durch die Energieeinspeisungsverordnung eine auch für Privathaushalte lohnende Investition und gleichzeitig ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz! Nähere Informationen erhalten Sie bei den Energieversorgungsunternehmen, wie z.B. bei der EnBW.
Für 2007 wird eine Einspeisevergütung von 49,21 Cent, festgeschrieben auf 20 Jahre gewährt. Kalkulieren Sie Ihren Gewinn – es lohnt sich!
Wärmepumpe
Die Funktionsweise einer Wärmepumpe ist vergleichbar mit der eines Kühlschranks. Einem Medium (zum Beispiel Luft, Wasser, Erdreich, Sonne) wird die Wärme entzogen und an ein anderes abgegeben. Auf die Wärmepumpe übertragen heißt das, sie entzieht den Umweltmedien Luft, Wasser oder Erdreich die Wärme, hebt sie auf ein höheres Temperaturniveau und leitet diese an das Heizsystem weiter.
Geothermie,
d.h. Nutzung von Erdwärme durch Tiefenbohrungen oder Flächennutzungen in Verbindung mit Wärmepumpen. Informationen hierzu gibt es bei Ihrem Architekten oder beim Bauhandwerker (Gewerke Rohbau/Elektriker). In Renningen ist übrigens eine namhafte, in Deutschland und Europa tätige Firma für solche Bohrungen ansässig!
Heizen mit Holz ist CO2-neutral
Heizen mit Holz im Kaminofen kann gesunde Strahlungswärme erzeugen und den Luftaustausch im Raum fördern. Dabei verursacht diese Art Wärmegewinnung mit Holz gerade beim klimawirksamen CO2 keine zusätzliche Belastung der Umwelt. Funktioniert die Feuerstätte optimal, sind auch Emissionen an SO2, NOX, CO und Staub recht niedrig. Eine gute Holzfeuerung setzt auch die gleiche Menge CO2 wieder frei, die der Baum beim Wachsen für seine Pflanzenbausteine aus der Luft recycelt hat.
Lüftungstechnik zur Wärmerückgewinnung
Erhebliche Mengen wertvoller Heizenergie gehen beim herkömmlichen Lüften verloren. Die Fenster immer geschlossen zu halten, ist allerdings auch nicht die richtige Lösung – ohne Luftaustausch geht es nun mal nicht. Verbrauchte, feuchtigkeitsbeladene und mit Schad- und Geruchsstoffen belastete „dicke Luft“ in der Wohnung macht nicht nur müde und fördert das Unwohlsein, es droht auch die Gefahr von Feuchtschäden und Schimmelbildung. Gesundes Wohnklima, weniger Schadstoffe, regulierte Luftfeuchtigkeit und geringe Heizkosten – das alles erreicht man mit einer kontrollierten Lüftung, am besten mit eingebauter Wärmerückgewinnung. Sogar Allergien auslösende Blütenpollen können durch entsprechende Filter herausgefiltert werden.
Haustypen
Das Passivhaus
Energiesparhäuser sind weder teuer noch gleichen sie Erdhöhlen. Die Rede ist von dem Passivhaus. Das Prinzip eines Passivhauses ist überzeugend einfach. Man nimmt ein Niedrigenergiehaus und verbessert die Wärmedämmung so lange, bis keine konventionelle Heizung mehr nötig ist. Je besser der Grundriss und einige Regeldetails überarbeitet werden, desto leichter ist es, das Gebäude in eine Dämmung zu packen. Die Stärke des Dämmmaterials spielt dabei auch eine entscheidende Rolle. Der architektonischen Gestaltung eines Gebäudes bietet dies keinerlei Einhalt.
Das Niedrigenergiehaus
Wärme fließt aus beheizten Räumen, durch die sie umschließenden Flächen – Außenwände, Decken, Böden und Fenster – an die kältere Umgebung ab. Eine Verringerung dieses Wärmeflusses führt damit zu weniger Energieverbrauch für die Raumheizung. Für die Erstellung der Außenwände sollten Leichtbausteine wie porosierte Leichtziegel, Porenbetonsteine oder Leichtbetonsteine verwendet werden. Außenwände können aus einem einschaligen Mauerwerk mit einer Außendämmung oder aus zweischaligem Mauerwerk mit dazwischen liegender Wärmedämmung bestehen. Kellerdecken und Decken unter Dachgeschossen sollten zusätzlich zur Estrichdämmung mit einer mindestens 8 cm bzw. 20 cm dicken Dämmschicht versehen werden (siehe auch Vorgaben der EnEV).
Allgemein:
Derzeit werden in einem Einfamilienhaus 80% des Gesamtenergiebedarfs im Gebäudebestand für die Heizung benötigt. Sparmaßnahmen in diesem Bereich sind daher besonders effektiv. In der Regel müssen alle Anlagen, die vor 1979 gebaut wurden, modernisiert werden (wird durch Energieeinsparverordnung EnEV und Kleinfeuerungsanlagenverordnung geregelt).
Hauptursache der schlechten Energieausbeute und damit einer erhöhten Umweltbelastung ist der geringe Jahresnutzungsgrad veralteter Heizkessel. Erhebliche Wärmemengen verlassen das Haus ungenutzt über den Schornstein. Diese Kesselverluste können durch moderne Heizkessel beträchtlich verringert werden. Damit mindern sich auch Schadstoffe wie Schwefeldioxyd. Die Kohlendioxydproduktion ist Hauptverursacher des Treibhauseffektes! Nicht zuletzt spart eine umweltfreundliche Feuerungsanlage unmittelbar auch Öl oder Gas und damit Geld.
In der Vergangenheit hat man die Heizung aus Sicherheitsgründen gerne eine Nummer zu groß gewählt, damit es auch im kältesten Winter noch ausreichend warm würde. Dieses „Darf es ein bisschen mehr sein?“ ist für den Heizungsbauer heute keine Frage mehr. Es muss die richtige Heizung sein, berechnet nach dem tatsächlichen Wärmebedarf der jeweiligen Wohnung. Nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) gilt unter den modernen Heizkesseln der Brennwertkessel als „besonders energiesparende und umweltschonende Wärmeerzeugung“. Für Hausbesitzer, die ihre Heizung modernisieren wollen, empfiehlt es sich, bei Verbraucherverbänden, Energieberatern kommunaler Versorgungsunternehmen oder beim Installateur Informationen über die derzeit günstigste Heizungs- und Warmwassertechnik einzuholen. Die Berater können Vergleichsrechnungen anstellen, wie rentabel eine Entscheidung bei höheren Anschaffungskosten und Brennwertgeräten, aber wesentlich niedrigeren Kosten ihres Energieverbrauches sein kann. Übrigens sind heute viele Handwerker der Baugewerke Energieberater und können besonders Bauherren fachlich kompetent beraten und auf Einsparpotenziale im Energiebereich aufmerksam machen. Sprechen Sie also Ihren Architekten und ihre Bauhandwerker an – es lohnt sich !!!
Energieeinsparverordnung (EnEV)
Am 1. Februar 2002 ist die Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden Energieeinsparverordnung – EnEV) vom 16. November 2001 (BGBl. I S. 3085) in Kraft getreten.
In der Energieeinsparverordnung werden die Anforderungen aus der Wärmeschutzverordnung und der Heizungsanlagen-Verordnung zusammengefasst. Im Rahmen dieser Zusammenführung erfolgt auch eine Anpassung des Anforderungsniveaus, die bei Neubauten zusätzliche Verbrauchssenkungen von durchschnittlich 30 % gegenüber der Wärmeschutzverordnung erwarten lässt.
Eine raumweise Regelung (z.B. Thermostatventile) ist obligatorisch. Bei Umwälzpumpen in Anlagen mit mehr als 25 kW Leistung müssen diese mindestens dreistufig regelbar sein. Für Zirkulationspumpen sind Zeitschaltuhren vorzusehen. Nicht begehbare aber zugängliche Dachräume müssen bis 31. Dezember 2006 so gedämmt werden, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke 0,30 W/m2K nicht überschreitet.
Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung eine der Eigentümer selbst bewohnt, sind die vorstehenden Anforderungen nur im Falle eines Eigentümerwechsels zu erfüllen.
Neu ist, dass für Neubauten in einem Energiebedarfsausweis, der in der Regel vom Architekten erstellt wird, die Höhe des Primärenergiebedarfs für die Wärmeversorgung des Gebäudes nachgewiesen werden muss. Dabei werden die beim Energietransport und bei der Umwandlung anfallenden Verluste mitgerechnet. Deshalb schneiden in der Regel Stromheizungen schlechter ab als z.B. Erdgasheizungen. Der Energiebedarfsausweis ist den nach Landesrecht zuständigen Behörden auf Verlangen vorzulegen und Käufern und Mietern auf Anforderung zur Einsichtnahme zugänglich zu machen.
Der Mehrzahl aller Bauherren bietet sich nur einmal im Leben die Chance, ein Haus zu bauen. Um so mehr möchten sie möglichst all ihre Wünsche und Erwartungen mit dem neuen Heim verwirklichen. Die ersten vorsichtigen Kostenschätzungen bringen dann aber meist schon eine Ernüchterung: Soll der Bau kostengünstig bleiben, muss man von so mancher liebgewonnenen Idee Abschied nehmen.
Die Kunst des Bauens besteht letztlich darin, mit einem möglichst geringen finanziellen Aufwand ein Optimum an Bau- und Wohnqualität zu erreichen. Die beste Erfolgsgarantie dafür ist eine umsichtige Planung. Nur der Fachmann, am besten ein Architekt, kann sich einen sicheren Überblick über die zu erwartenden Ausgaben verschaffen und feststellen, wo noch Einsparungen möglich sind.
Klare Absprachen vor Baubeginn vermeiden zudem Änderungswünsche während der Bauphase und damit unnötige Zusatzkosten.
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So einfach bauen wie möglich. Die Form des Hauses sollte möglichst kompakt sein. Das hilft, nicht nur Baumaterial, sondern später auch Betriebs- und Unterhaltungskosten zu sparen. „Einfache" Bauformen müssen nicht monoton und uniform wirken, mit guter Baugestaltung lässt sich auch hier eine abwechslungsreiche Vielfalt erreichen.
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Am Rohbau nicht sparen! Faustregel: Die Grundsubstanz soll viele Generationen überdauern. Zu knapp dimensionierte und in der Praxis wenig erprobte Bauweisen und Materialien sollten unbedingt vermieden werden. Ein Beispiel: Die Außenmauern einige Zentimeter dicker als die Sparversion zu planen, wirkt sich auf die Endkosten kaum merklich aus, verringert aber die späteren Energie- und Instandsetzungskosten deutlich. Was für das Mauerwerk gilt, betrifft auch die Geschossdecken zu unbeheizten Nebenräumen und das Dach.
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Grundrisse dem tatsächlichen Bedarf anpassen. Zu großzügig bemessene Räume verschlingen Baugelder und Heizkosten. Ein Wohnzimmer beispielsweise, das vielleicht nur am Wochenenderichtig genutzt wird, muss nicht unbedingt 60 Quadratmeter groß sein.
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Beim Innenausbau übertriebenen Luxus vermeiden. Exklusive Wasserhähne, Badewannen, Bodenbeläge, Schalter etc. kosten ein Vielfaches von einfacheren Standardausstattungen, verbessern aber die Wohnqualität nicht. Es besteht immer noch die Möglichkeit, später bei verbesserter Haushaltslage „nachzurüsten“.
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Grundstücksfläche optimal ausnutzen! Vielleicht hat auf dem Grundstück ein zweites Haus Platz oder eine ganze Siedlung? Beim gemeinsamen Bauen lassen sich von der Planung und Erschließung bis zur Bauausführung erhebliche Kosten sparen, ebenso bei größeren Mengenabnahmen von Baustoffen. Verdichtete Bauweisen sind zudem energetisch günstiger als frei stehende Einfamilienhäuser. Aktive Solar-Nutzung durch optimale Ausrichtung des Gebäudes in Nord-/Südrichtung und Dimensionierung der Fenster (nach Süden groß, nach Norden klein) ermöglichen.
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Manche Bauherren setzen ihren Sparstift zuallererst beim Keller an. Mit dem Wegfall des Kellers müssen aber Nebenflächen wie Heizzentrale, Waschküche, Lager- und Hobbyraum anderweitig im Gebäude untergebracht werden – zumeist in bester Bauausführung und bei Erweiterung der Gebäudegrundfläche. Ein Keller dagegen beansprucht keine zusätzliche Grundfläche und kann auch in einfachster Bauausführung hergestellt werden. Denken Sie daran, dass Sie im Nachhinein keinen Keller mehr bauen können.
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Baustoffe „horten“. Schon vor Baubeginn Sonderangebote der Baumärkte z.B. an Fliesen, Farben, Installationsmaterial etc. wahrnehmen.
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Eigenleistungen einbringen. Dies gilt aber nur, falls genügend Zeit und praktische Erfahrung vorhanden ist.
Außenanlagen / Gartengestaltung
Nach dem langersehnten Einzug in das neue Heim beginnt für viele Bauherrn die Gestaltung des Garten- und Außenbereichs. Die immer wichtiger werdenden ökologischen Aspekte führen dazu, dass hierzu in neueren Bebauungsplänen entsprechende Regelungen erfolgen. Im Vordergrund stehen hier
- der Erhaltung von bestehenden, schützenswerten Bäumen
- die Reduzierung versiegelter Flächen
- die Pflanzung von einheimischen, standortgerechten Pflanzen
- Regelungen bzgl. der Gestaltung von Einfriedigungen
Hierzu ist oft bereits mit Einreichung der Bauantragsunterlagen ein so genannter Freiflächengestaltungsplan vorzulegen, in dem die geplante Gestaltung darzustellen ist. Insofern sollten sich die Bauherren bereits möglichst frühzeitig auch mit diesem Thema beschäftigen und die entsprechenden Festsetzungen bzw. Empfehlungen des Bebauungsplans beachten.
Zisternen
Damit die Wasserversorgung der Pflanzen und Bäume möglichst kostengünstig gewährleistet werden kann, wird in Renningen der Einbau von Zisternen ohne Größenbeschränkung grundsätzlich zugelassen. Das Dachflächenwasser kann somit gesammelt und für die Gartenbewässerung verwendet werden. Das Gießwasser aus diesen Zisternen wird nicht über einen Wasserzähler verrechnet und muss somit auch nicht bezahlt werden. Nachdem die Abwassergebühren nach dem Frischwasserbezug berechnet werden, kann somit gleich doppelt gespart werden.
Aus Gründen der Bakterien- und Keimübertragung — die auch bei gewissenhafter Trennung zwischen Brauchwasser aus der Zisterne und Frischwasser aus der öffentlichen Wasserver-sorgungsleitung nicht vollständig ausgeschlossen werden kann — wird von einer Brauchwasser-nutzung aus der Zisterne für die Toilettenspülung abgeraten. Erheblichen zusätzlichen Aufwand würde noch einmal die Reinigung des Wassers für die Aufbereitung zur Nutzung mit der Waschmaschine bedeuten.
Als sehr positiver Nebeneffekt wird nebenbei auch ein wertvoller Beitrag zum Umweltschutz geleistet, indem durch die private Regenwasserrückhaltung in der Zisterne gerade auch bei Starkregenereignissen in unserem dicht bebauten und damit stark bodenversiegelten Raum ein Rückhaltevolumen für die Wassermengen geschaffen wird.
Link zur aktuellen Förderübersicht:
Förderübersicht Energie für private Wohngebäude
Vorträge zum Download als PDF-Dateien:
AEREX-Vortrag Luft LRA Böblingen.pdf
REHAU-Vortrag Energie LRA Böblinge.pdf
PGK-Vortrag Wärmedämmung LRA Böblingen.pdf