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Pflanzaktion mit „Natur nah dran“ in Renningen

Rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Renningen und sieben weiteren „Natur nah dran“-Kommunen haben am Mittwoch, 30. September 2020, mehrere Flächen in Renningen mit Wildpflanzen bestückt und mit Wiesenmischungen angesät. Damit startet die Bepflanzung von sieben kommunalen Flächen, die Renningen im Rahmen des NABU-Förderprojektes „Natur nah dran“ zu wertvollen Lebensräumen für Pelzbienen, Schwalbenschwänze und Stieglitze umgestaltet. Die Teilnehmenden erhielten praxisnahe Tipps, die sie in ihren Heimatgemeinden umsetzen können.

„Wir können es kaum erwarten, dass hier in Renningen die mit ‚Natur nah dran‘ angelegten Wildblumen und Stauden in ein paar Monaten anfangen zu blühen“, freute sich NABU-Projektleiter Martin Klatt. „Die Bevölkerung darf sich auf mehr lebendige Natur mitten in ihrer Gemeinde freuen. Schließlich profitieren nicht nur Bienen und Schmetterlinge – die naturnahen Flächen laden auch Kinder, Erwachsene und Senioren zum Verweilen, Staunen und Erleben ein.“ Doch vorerst heißt es: Geduld bewahren. Denn naturnahe Flächen benötigen etwas mehr Zeit, um sich zu entwickeln, sind dafür aber nachhaltige kleine Biotope für viele Jahre. „Beobachten lohnt sich, denn die naturnahen Flächen verändern sich ständig. Im nächsten Jahr werden noch einige einjährige Pflanzen blühen, in den Folgejahren kommen dann die mehrjährigen zum Vorschein. Nach einiger Zeit hat sich dann eine stabile Pflanzengemeinschaft etabliert“, beschreibt Martin Klatt die Dynamik.

Renningen ist eine von 15 Städten und Gemeinden, die sich für 2020 erfolgreich um eine Teilnahme an „Natur nah dran“ beworben hatten Das landesweite NABU-Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. Jährlich erhalten mindestens zehn Kommunen bis 2020 bis zu 15.000 Euro, um naturnahe Grünflächen anzulegen. 2020 werden erstmals 15 Kommunen gefördert. In der Fördersumme sind unter anderem Workshops für kommunale Bedienstete enthalten. Die Umgestaltung der Flächen in Renningen ist Teil eines solchen Trainings.

Unter praktischer Anleitung des Naturgartenplaners Dr. Reinhard Witt lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Besonderheiten bei der Anlage von Wildblumenwiesen kennen und erhielten Tipps zum Setzen von Wildpflanzen. Dr. Witt erläuterte auch, wie wichtig die sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds ist. Dieser sollte für das Gedeihen der Wildpflanzen möglichst mager sein und keine Samen oder Wurzelstücke weniger erwünschter Pflanzen enthalten, weshalb auch Schotter und sauberer Kompost eingearbeitet wurden.  Der Naturgartenplaner betonte, dass die Flächen nicht mit den Schottergärten zu verwechseln seien, die das Land vor kurzem verboten hat: Zwar kommt in einige „Natur nah dran“-Flächen ebenfalls grobes mineralisches Material, aber auch ein Feinanteil mit verschiedenen Korngrößen, ergänzt durch Grünschnittkompost. So können Wildpflanzen und -stauden gedeihen, die in einem Schottergarten kaum eine Überlebenschance hätten.

Natur Nah Dran: Stadt und NABU für mehr biologische Vielfalt in Renningen

Das Land Baden-Württemberg hat 2013 seine Naturschutzstrategie verabschiedet. Darin ist unter anderem das Ziel festgeschrieben, die biologische Vielfalt in Kommunen zu fördern. In diesem Zusammenhang hat das UM gemeinsam mit dem NABU-Landesverband im Jahr 2015 das Projekt „Natur nah dran“ gestartet. Gefördert wird das Projekt außerdem im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes.

Renningen wurde zusammen mit 14 weiteren Kommunen für das Projektjahr 2020 ausgewählt. Flächen, die im Zuge von „Natur nah dran“ in Blühflächen und Wildblumenwiesen umgewandelt werden, liegen in der Lisztstraße/Hinterriedwiesen, der Gottfried-Bauer-Straße, der Schöckengasse, bei der Grundschule Malmsheim, am Alten Bahnhofssträßle, in der Alemannenstraße und an der Zufahrt zum Friedhof in Renningen.

Weitere Informationen und kurze Filmclips zum Projekt gibt es unter www.Naturnahdran.de.

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