Das Gymnasium Renningen verbindet Schutzkonzept und Courage-Training
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Über dem Haupteingang unserer Schule steht „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Ein Anspruch, der groß klingt – und im Alltag oft schwer umzusetzen ist. Viele Menschen schauen weg, wenn andere bedroht oder beleidigt werden, andere greifen unbedacht ein oder werden selbst (unbewusst) verletzend. Und Betroffene fragen sich häufig: Was kann ich überhaupt tun?

Der „Tag der Courage“ am 28. Januar für die Klassen 10 und J1 setzte genau hier an und bildete zugleich einen zentralen Baustein des schulischen Schutzkonzepts, das Prävention, Sensibilisierung und verantwortungsvolles Handeln systematisch verankert. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung des Referats Prävention des Polizeipräsidiums Ludwigsburg im Rahmen des Programms „Sicherer Landkreis“ sowie der Bürgerstiftung Renningen. Darauf aufbauend wurde ein kompletter Schultag in drei Module gegliedert, die die Themen Rassismus, Zivilcourage und sexualisierte Gewalt praxisnah und eindringlich vermittelten. Die Schülerinnen und Schüler durchliefen die Stationen in festen Gruppen.

Rassismus: Wenn Worte Grenzen überschreiten
Das erste Modul wurde von Zehntklässlerinnen und Zehntklässlern selbst gestaltet – engagiert, interaktiv und gut strukturiert. Begriffe wie „Othering“ und „Microaggression“ wurden verständlich erklärt, Beispiele aus dem Alltag machten moderne Formen von Rassismus greifbar. Besonders nachdrücklich wirkte die Vorstellung der aktuellen Mitte-Studie, die zeigt, wie verbreitet rassistische und rechtsextreme Einstellungen weiterhin sind. Die zentrale Erkenntnis: Mit Bedacht mit Worten umgehen, auch verschwommene Grenzen im Zweifel nicht zu überschreiten und Betroffenen beizustehen.

Zivilcourage: Eingreifen, aber richtig
Das Theater Q-rage führte das Modul zur Zivilcourage durch. In kurzen, realitätsnahen Spielszenen sollten die Jugendlichen eingreifen – mit allen Unsicherheiten, die dazugehören. Nach jeder Szene wurde analysiert: Was war mutig? Was riskant? Was hätte geholfen? Die wichtigsten Regeln wurden klar: im Zweifel den Notruf wählen, nie allein handeln, die eigene Sicherheit nicht gefährden. Es war sehr herausfordernd selbst einzuschreiten und kostete Mut und Überwindung, aber gleichzeitig zeigten die Übungen: Zivilcourage ist lernbar.

 

 

Sexualisierte Gewalt: Grenzen erkennen – und Hilfe kennen
Die Beratungsstelle Thamar übernahm das dritte Modul. Anhand anschaulicher Beispiele erklärten die Referentinnen, was sexualisierte Gewalt umfasst und wie vielfältig ihre Formen sein können. Ein interaktives Grenzenspiel zeigte, wie unterschiedlich persönliche Empfindungen sind – und wie wichtig es ist, diese zu respektieren. Zum Abschluss wurde auf eine anonyme Chat-Hotline hingewiesen, die Jugendlichen niedrigschwellige Beratung bietet.

Fazit: Courage lebt vom Handeln
Der Tag hat deutlich gemacht, dass das Schild über dem Schuleingang oder unsere Fahne zum Kinderschutz im Foyer mehr sind als ein Label. Er zeigte, wie komplex Diskriminierung und Gewalt sein können – aber auch, dass jede und jeder im Kleinen etwas verändern kann. Wenn wir das Gelernte mit in unseren Schulalltag nehmen, können wir dem Anspruch „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ ein Stück näherkommen und ihn mit Leben füllen. 

Stella Kollmann, Klasse 10

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