Brütende Hitze, eine vollbesetzte Aula – und am Ende lang anhaltender Applaus. Die Theater-AG des Gymnasiums Renningen lockte an zwei Abenden zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer zu ihrer Aufführung des selbst entwickelten Stücks „Wer nicht mehr weglaufen kann, der fliegt“. Die Hitze brachte Publikum und Schauspielende gleichermaßen ins Schwitzen – der Begeisterung tat dies jedoch keinen Abbruch.
Besonders bemerkenswert war die Entstehungsgeschichte des Stücks. Die erste Idee und Textfassung stammte von der Neuntklässlerin Luisa Baier. Aus diesem Entwurf entwickelte die Theater-AG unter der Leitung von Anna-Katharina Vitello über viele Monate hinweg gemeinsam ein eigenes Bühnenstück. Einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung leistete die Zehntklässlerin Stella Kollmann, die Szenen schrieb und bearbeitete sowie die choreografische Gestaltung übernahm.
Inspiriert von Peter Pan, Wendy und Captain Hook beschäftigt sich das Stück mit einer Frage, die viele Jugendliche bewegt: Muss man seine Träume aufgeben, wenn man älter wird? Die Antwort der Theater-AG lautet eindeutig nein. Das Stück zeigt, dass Erwachsenwerden nicht bedeutet, Fantasie, Neugier und Lebensfreude hinter sich zu lassen. Vielmehr geht es darum, Verantwortung zu übernehmen, ohne die eigene kindliche Seite zu verlieren.
Zu den Höhepunkten der Aufführung gehörte ein atmosphärischer Schattenkampf zwischen Peter Pan und Captain Hook, der mit Licht, Nebel und Musik eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde. Zahlreiche selbst gestaltete Requisiten trugen zusätzlich zur besonderen Wirkung der Inszenierung bei.
Eine besondere Rolle spielten die Theatermentorinnen und -mentoren der AG. Die Zehntklässler Stella und Adrian Kollmann sowie die Neuntklässlerin Luisa Baier hatten zuvor eine Ausbildung am Schauspiel Stuttgart absolviert und brachten ihre Erfahrungen wirkungsvoll in die Produktion ein. Luisa Baier lieferte die ursprüngliche Idee zum Stück, Stella Kollmann schrieb und bearbeitete Szenen und entwickelte die Choreografien, während Adrian Kollmann die musikalische Gestaltung sowie die technische Umsetzung maßgeblich mitverantwortete. Auch der Siebtklässler Jonas Schumacher übernahm wichtige Aufgaben: Er pflegte Textänderungen ein, erstellte Probenpläne und war zudem für Licht und Technik verantwortlich.
Insgesamt trugen 19 Schauspielerinnen und Schauspieler der Klassenstufen 7 bis 10 zum Gelingen der Aufführungen bei. Ob auf der Bühne, beim Schreiben neuer Szenen, in der Choreografie, bei Musik und Technik oder bei der Gestaltung von Requisiten – die Jugendlichen brachten ihre eigenen Ideen, Talente und Stärken ein und machten das Stück zu einem echten Gemeinschaftswerk.
Die Aufführungen zeigten eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn junge Menschen kreativ zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen. Oder, wie es die Botschaft des Stücks ausdrückt: Man darf älter werden und seinen eigenen Weg gehen – ohne dabei das Träumen zu verlernen.